Nachteilsausgleich auf Sekundarstufe II

Schulen stellten in den vergangenen Jahren vermehrt spezifische Fragen und schilderten Situationen, die Unsicherheiten beim Umgang mit dem Konzept des Nachteilsausgleichs zeigten. Die Zahl der Anträge auf Nachteilsausgleich, insbesondere zum Ausgleich kognitiver Behinderungen, nahm zum Teil stark zu.

Das Bedürfnis nach Weiterbildung wurde von verschiedenen Akteuren aus der Bildungslandschaft aufgenommen. 2014 behandelten wir erstmals das Thema an einer gesamtschweizerischen Tagung zu der wir die Schulleitungen von Gymnasien und Fachmittelschulen sowie Verantwortliche kantonaler Ämter einluden. An der Tagung wurden Konzepte des Nachteilsausgleichs unter juristischen und systemischen Aspekten diskutiert.

Das Thema ist in den Schulen angekommen. Einige Kantone passten Gesetze und Verordnungen an, andere verfassten Richtlinien für die Praxis an der Sekundarstufe II.
Wir befinden uns weiterhin in der Umsetzungsphase und neue Herausforderungen in der Anwendung tauchen auf. Wir unterstützen Schulen, indem wir Lösungsansätze und Erfolg versprechende Massnahmen (best practice) bekannt machen, in entsprechenden Netzwerken diskutieren und den Informationsaustausch zwischen Schulen und Wissenschaft fördern.

2. Tagung Nachteilsausgleich auf der Sekundarstufe II: Vom Konzept zur Realität
30. August 2017, Bern

Subkongress im Rahmen des 10. Schweizer Heilpädagogik-Kongresses des Schweizer Zentrums für Heil- und Sonderpädagogik SZH

Das Thema Nachteilsausgleich wird in den Mittelschulen immer dann aktuell, wenn Eltern ihr Kind anmelden und vermerken, dass die neue Schülerin / der neue Schüler eine Behinderung mitbringt. Es folgen Diskussionen, das Erstellen von Attesten, die Klärung von Verfahrensabläufen und schliesslich die Entscheidung der Schulleitung.

2014 hat das ZEM CES (ehem. WBZ CPS) eine erste Tagung zum Thema durchgeführt. Bei diesem Anlass und auch an weiteren Veranstaltungen des ZEM CES in der Deutschschweiz und in der Romandie wurden das Prinzip des Nachteilsausgleichs, seine Grenzen und die aktuelle Rechtsprechung diskutiert.
In den Kantonen wird aktiv an der Umsetzung der Konzepte gearbeitet, und es sind verschiedene interessante Entwicklungen festzustellen. 2017 ist es an der Zeit, die gesammelten Erfahrungen zu betrachten und auszutauschen. Es gilt auch, die bei der Umsetzung und Implementierung aufgetauchten neuen Knackpunkte und praktischen Herausforderungen zu thematisieren und Best Practices zu erörtern.

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Diese Tagung findet im Rahmen des Schweizer Heilpädagogik-Kongresses statt, der alle zwei Jahre vom Schweizer Zentrum für Heilpädagogik SZH organisiert wird. Unsere Entscheidung, innerhalb dieses Kongresses einen Subkongress Sek II zu veranstalten, hat auch damit zu tun, dass sich eine immer breiter werdende Nahtstelle zeigt zwischen den Kompetenzen der Heilpädagoginnen / Heilpädagogen und den Anforderungen der Mittelschule, besonders wenn es um Nachteilsausgleich geht. Die Erwartungen beider Seiten stimmen mitunter nicht überein, da die Ausbildung und die Herangehensweisen nicht dieselben sind.

Wir sind überzeugt, dass direkte Begegnungen es erlauben, im direkten Austausch ein besseres Verständnis der jeweiligen Denk- und Arbeitsweisen zu fördern und freuen uns auf interessante Gespräche.

10. Schweizer Heilpädagogik-Kongress SZH

Der 10. Kongress SZH findet am Dienstag, 29.08. und Mittwoch, 30.08.2017 im VonRoll-Areal in Bern statt. Der Kongress steht unter dem Hauptthema «Die Bedeutung der Neurowissenschaften für die Heil- und Sonderpädagogik».

Informationen zur 1. Tagung vom 30. Oktober 2014

«Nachteilsausgleich für Schüler/innen mit einer Behinderung» war bisher vor allem in der obligatorischen Schule ein Thema. In Zukunft werden aber immer mehr Jugendliche mit einer körperlichen oder psychischen Behinderung (Dys-Störung, autistische Störung oder Aufmerksamkeitsstörung) Gymnasien, Fachmittelschulen oder Handelsmittelschulen besuchen. Diese Schülerinnen und Schüler besitzen zwar die intellektuellen Voraussetzungen für eine Schule der Sekundarstufe II, sie benötigen aber Anpassungen in den Rahmenbedingungen, um ihre Fähigkeiten auch anwenden zu können.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik SZH führten wir am 31. Oktober 2014 in Magglingen erstmals eine Tagung zum Thema Nachteilsausgleich auf der Sekundarstufe II durch. Schulleitungsmitglieder, Lehrpersonen und Verantwortliche aus den Kantonen konnten sich mit Kolleg/innen austauschen und erhielten konkrete Informationen zur Umsetzung.

Wir werden unsere Aktivitäten in diesem Thema verstärken und Informationen sowie praktische Instrumente auf dieser Webseite zur Verfügung stellen.

Haben Sie Fragen zum Thema? Wir verfügen über ein breites Netzwerk von Spezialistinnen und Spezialisten, die sie unterstützen können.

Literaturhinweise

 

Literaturhinweise finden Sie im Dokument «FAQ Nachteilsausgleich». Es enthält zudem weitere Links auf Positionspapiere von Schulen oder Kantonen sowie auf Rechtsgrundlagen.

Kontakt

Eva Leuenberger

Eva Leuenberger
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