Die Revision von MAR/MAV und RLP unterstreicht mit Art. 8 Abs. 2 «Die regelmässige Weiterbildung der Lehrpersonen wird sichergestellt» die Verantwortung aller Akteurinnen und Akteure der Weiterbildung, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und passende Rahmenbedingungen für den Besuch von Weiterbildungen zu schaffen. Gleichzeitig sind Lehrpersonen verpflichtet und berechtigt, die Weiterbildungen zu nutzen.
Die Erkenntnisse des zweiten NOK-Berichts «Perspektiven zur Weiterbildung» und des Weiterbildungsbarometers 2027 bilden die Grundlage für einen Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven. Gemeinsam diskutieren die Partnerinnen und Partner der Weiterbildung (Kantone, Weiterbildungsanbieter, Schulleitungen und Lehrpersonen), wie eine wirksame Weiterbildungskultur weiterentwickelt und gestärkt werden kann.

Foto: Barbara Fässler
Kenntnisnahme und Vertiefung der Themen des 2. NOK-Berichts 2026 und der Ergebnisse des Weiterbildungsbarometers 2027.
Erkennen von Hindernissen und Identifizieren von Hebeln für die nächsten Etappen der NOK.
Vorschlagen nächster Massnahmen und Aktivitäten für eine wirksame und motivierende Weiterbildungskultur.
Reform der gymnasialen Matur (revidierte MAR/MAV und RLP) als Chance nutzen, um das Weiterbildungssystem zu stärken.
An der Tagung können alle Personen teilnehmen, die sich für die Weiterbildung engagieren und an der Umsetzung von Art.8 Abs. 2: «Die regelmässige Weiterbildung der Lehrpersonen wird sichergestellt» beteiligt sind, insbesondere:
Verantwortliche Kantone (EDK, SMAK, Mittelschulämter)
Verantwortliche von Weiterbildungsinstitutionen (Universitäten, PHs, Fachverbände und WBD des VSG, Verein webpalette)
Schulleitungen von Gymnasien und Fachmittelschulen (KSGR, KFMS)
Lehrpersonen (F*F, Netzwerke F*F, Fach- und Weiterbildungsverantwortliche der Schulen, VSG-Kantonalverbände)
| ab 9h00 | Empfang mit Networkingkaffee | |
| 9h45 | Ouvertüre | Patrick Grob, Rektor Kantonsschule Olten «Perspektiven zur Weiterbildung» unter Beteiligung von: Pascaline Caligiuri, Direktorin, ZEM CES Regula Müller, Verantwortliche Dialog Weiterbildung ZEM CES Facilitatrices und Facilitateurs (F*F) aus den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Solothurn, Tessin, Uri, Waadt und Zürich Leitung: Laetitia Kiener, Lehrerin für Französisch, Deutsch, Theater, DaZ, Kantonsschule Beromünster LU, Facilitatrice ZEM CES |
| 10h30 | Keynote Weiterbildung im Wandel: Erkenntnisse aus dem Weiterbildungsbarometer 2027 | Simone Ambord, Wissenschaftliche Mitarbeiterin ZEM CES |
| 11h00 | Pause | |
| 11h30 | Keynote Hilft viel viel? Bedingungen wirksamer Weiterbildung von Lehrpersonen | Eric Richter, Professor für Schulpädagogik an der KU Eichstätt-Ingolstadt |
| 12h30 | Mittagspause | |
| 14h00 | Kurzinput Weiterbildung als Investment – Beispiele aus der Forschung/Theorie | Antonino Arcuri, Lehrer für Italienisch und Spanisch, Gymnasium Oberwil BL |
| Kurzinput Investition in die Weiterbildung – Beispiele aus der Praxis | NN | |
| 14h30 | Podiumsdiskussion Wo sehen wir Hindernisse? Wo setzen wir die Hebel an? Was können wir beitragen? | François Piccand, Präsident SMAK, Amtsvorsteher, Amt für Unterricht der Sekundarstufe 2 des Kantons Freiburg Schulleitung: NN Gudrun Smuha, Lehrerin für Deutsch (als Fremdsprache), Collège Claparède, Genève und Dozentin für Didaktik Universität Genf, Mitglied Zentralvorstand VSG, Mitglied KWV S-II Jeannette Wick, Leiterin Studiengang Sek II – Gymnasiale Bildung, PH Luzern, Mitglied der KWV S-II Eric Richter, Professor für Schulpädagogik an der KU Eichstätt-Ingolstadt Moderation: Susanne Marzer, Lehrerin, Gymnase de Nyon, Vizepräsidentin VSG, Facilitatrice ZEM CES |
| 15h15 | Pause | |
| 15h30 | World Café Inhaltliche Fortsetzung der Podiumsdiskussion | Diskussion in Gruppen |
| 16h15 | Und was jetzt? Wichtigste Erkenntnisse des Tages – Synthese und Abschluss | Abschluss im Plenum |
| 16h45 | Apéro |
Dr. Simone Ambord, ZEM CES
Das Weiterbildungsbarometer 2027 liefert einen aktuellen Überblick über die Weiterbildungsbedürfnisse und das Weiterbildungsangebot auf der Sekundarstufe II Allgemeinbildung. Grundlage der Präsentation bilden die Ergebnisse der schweizweiten Online-Befragung von Lehrpersonen und Schulkadern an Gymnasien und Fachmittelschulen. Erhoben wurden Einschätzungen zu Weiterbildungsangeboten und -bedürfnissen, zu transversalen Unterrichtsbereichen, zur Umsetzung der revidierten MAR/MAV sowie zu den Rahmenbedingungen der Weiterbildung.
Der Vortrag zeigt eine Auswahl von Ergebnissen, welche Themen in den Mittelschulen derzeit besondere Aufmerksamkeit erhalten, wo Angebotslücken wahrgenommen werden und welche Herausforderungen den Zugang zu Weiterbildung erschweren. Zudem werden Impulse für die zukünftige Gestaltung einer bedarfsgerechten Weiterbildung auf der Sekundarstufe II skizziert.
Kurzbiografie:
Dr. Simone Ambord promovierte im Fach Soziologie an der Universität Bern. Seit 2021 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei ZEM CES. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Fragestellungen der angewandten Bildungsforschung sowie der Konzeption, Durchführung und Auswertung von Befragungen im Bildungsbereich. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Weiterbildung, Bildungsgerechtigkeit und aktuelle Fragestellungen der Sekundarstufe II.
Prof. Dr. Eric Richter, KU Eichstätt-Ingolstadt
Weiterbildung ist ein zentraler Bestandteil der professionellen Entwicklung von Lehrpersonen. Ihre Bedeutung wird in der Schweiz zum Beispiel durch die revidierten Regelungen zur gymnasialen Maturität zusätzlich unterstrichen: Art. 8 Abs. 2 des Maturitätsanerkennungsreglements hält fest, dass die regelmässige Weiterbildung der Lehrpersonen sichergestellt wird. Damit stellt sich jedoch nicht nur die Frage, ob Weiterbildung stattfindet, sondern vor allem, unter welchen Bedingungen sie tatsächlich zur professionellen Entwicklung von Lehrpersonen und zur Weiterentwicklung von Unterricht und Schule beitragen kann.
Aus bildungswissenschaftlicher Perspektive gilt dabei: Mehr Angebote und mehr Teilnahme führen nicht automatisch zu mehr Wirkung. Entscheidend ist vielmehr, wer an Weiterbildung teilnimmt, welche Angebote genutzt werden, wie diese gestaltet sind und unter welchen Bedingungen die dort angestoßenen Lernprozesse in die schulische Praxis übertragen werden können.
Der Vortrag bündelt Forschungsbefunde entlang der drei Perspektiven Teilnahmesteuerung, Weiterbildungsqualität und Transfer. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie individuelle, organisationale und angebotsbezogene Bedingungen zusammenspielen müssen, damit Weiterbildung wirksam werden kann.
Kurzbiografie:
Prof. Dr. Eric Richter ist Professor für Schulpädagogik an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Nach seinem Lehramtsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien im Land Berlin promovierte er an der Universität Potsdam. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der professionellen Entwicklung von Lehrpersonen über alle Phasen ihrer Aus- und Weiterbildung hinweg. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualität, Nutzung und Wirksamkeit von Weiterbildungen.
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ZEM CES | Schweizerisches Zentrum für die Mittelschule und für Schulevaluation auf der Sekundarstufe II