Die Umsetzung von WEGM wird den Stellenwert der Fremdsprachen im Gymnasium deutlich verändern. Gemäss einer VSG-Umfrage (2025) werden diese hinsichtlich Fächerkatalog und Stundentafel etwas geschwächt aus der Reform hervorgehen, insbesondere durch weniger Schwerpunktfächer und leicht reduzierte Unterrichtszeit.
Gleichzeitig verfolgt die WEGM ambitionierte Ziele hinsichtlich der Förderung der Landessprachen, des Austauschs und Mobilität sowie der Entwicklung sprachlicher (Niveau B2) und interkultureller Kompetenzen.
Entsprechend verlangt Artikel 6 des MAR/MAV, dass Schülerinnen und Schüler sich in mehreren Sprachen «klar, treffend und einfühlsam» ausdrücken und den Reichtum und die Besonderheit der Kulturen wahrnehmen, die durch diese Sprachen vermittelt werden. Somit beschränkt sich das Sprachenlernen nicht auf einen rein instrumentellen Ansatz. Diese Ausrichtung wird durch weitere Bestimmungen zu interkulturellen Kompetenzen und Mobilität bekräftigt (siehe Artikel 21 und 22). Damit greifen MAR/MAV das gemeinsame Ziel 8 von Bund und Kantonen auf: «Austausch und Mobilität sind in der Bildung verankert und werden auf allen Bildungsstufen gefördert.».
Der Rahmenlehrplan 2024 stärkt zudem die Orientierung am GERS und integriert transversale Themen und Bereiche wie Digitalität, Interdisziplinarität und nachhaltige Entwicklung. Laut Fivaz und Sanchez (Babylonia 2026) bringt seine Umsetzung jedoch Herausforderungen mit sich, etwa hinsichtlich B2-Niveau, Prüfungen und kantonaler Harmonisierung. Der weit verbreitete Einsatz generativer KI hat natürlich auch erhebliche Auswirkungen auf das Sprachenlernen und -lehren.
Überblick über die Neuerungen und Änderungen für den Sprachenunterricht gemäss MAR/MAV und revidiertem Rahmenlehrplan
Einblick in konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht und auf Schulebene
Austausch über Praxisbeispiele, Gelingensbedingungen und Herausforderungen
Am Webinar können alle Personen teilnehmen, die an der Umsetzung der WEGM interessiert und beteiligt sind, insbesondere:
Verantwortliche in den kantonalen Mittelschulämtern
Mitglieder der Schulleitungen von Gymnasien
Gymnasiallehrpersonen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten, die im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen tätig sind
Das Webinar wird in deutscher und französischer Sprache durchgeführt. Die Inputreferate werden simultan übersetzt. Die Breakout-Sessions werden zweisprachig durchgeführt, unter dem Motto «Jeder in seiner Sprache».
| 16:30–16:35 | Begrüssung und Einführung | Pascaline Caligiuri, Direktorin ZEM CES |
| 16:35–17:05 | «Mehrsprachigkeit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz: Wie Übersetzungstechnologien das Sprachenlernen verändern» (Deutsch) | Caroline Lehr, Professorin, ZHAW Angewandte Linguistik, Institut für Mehrsprachige Kommunikation |
| 17:05–17:35 | «Fremdsprachen unterrichten: Herausforderungen für das Gymnasium von morgen» (Französisch) | Luc Fivaz, Assoziierter Professor in Didaktik der Fremd- und Zweitsprachen mit einer Spezialisierung in Deutschdidaktik, PH Waadt |
| 17:35–17:40 | Einführung Breakout-Sessions | Laetitia Houlmann, ZEM CES |
| 17:40– 17:45 | Pause und Zuteilung in die Breakout-Sessions | |
| 17:45–18:30 | Breakout Sessions zu Praxis-Beispielen und Umsetzungsmöglichkeiten | - Input (10-15’) - Fragerunde - Erfahrungsaustausch |
«Mehrsprachigkeit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz: Wie Übersetzungstechnologien das Sprachenlernen verändern»
Caroline Lehr, Professorin, ZHAW Angewandte Linguistik, Institut für Mehrsprachige Kommunikation
Für die Schweiz als mehrsprachiges Land bildet das Erlernen von Fremdsprachen eine zentrale Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt, kulturelles Verständnis und den Austausch zwischen den Sprachregionen. Auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz bleibt Mehrsprachigkeit ein wichtiger Schlüssel, um Menschen, Kulturen und Perspektiven unmittelbar zu verstehen und aktiv an einer vielfältigen Gesellschaft teilzuhaben. Gleichzeitig verändern KI-gestützte Übersetzungstechnologien die mehrsprachige Kommunikation grundlegend. Wenn Sprachbarrieren zunehmend durch Technologie überwunden werden können, stellen sich für den Fremdsprachenunterricht zentrale Fragen: Welche Kompetenzen gewinnen an Bedeutung? Und wie kann die Motivation junger Menschen zum Sprachenlernen gestärkt werden, wenn digitale Hilfsmittel jederzeit verfügbar sind? Der Vortrag diskutiert diese Herausforderungen sowie den Mehrwert des Sprachenlernens im Zeitalter Künstlicher Intelligenz und zeigt anhand konkreter Beispiele auf, wie Übersetzungstechnologien reflektiert genutzt werden können, um Unterricht innovativ zu gestalten.
«Fremdsprachen unterrichten: Herausforderungen für das Gymnasium von morgen»
Luc Fivaz, Assoziierter Professor in Didaktik der Fremd- und Zweitsprachen mit einer Spezialisierung in Deutschdidaktik, PH Waadt
Vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher, akademischer und beruflicher Anforderungen kommt den Fremdsprachen im gymnasialen Unterricht eine besondere Bedeutung zu. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen, fördern die Auseinandersetzung mit Literatur und anderen kulturellen Werken, ermöglichen ein vertieftes Verständnis vielfältiger gesellschaftlicher Realitäten und stärken die Fähigkeit, sich in mehrsprachigen und interkulturellen Kontexten sicher zu bewegen.
Dieses Inputreferat lädt dazu ein, über die Zielsetzungen des Fremdsprachenunterrichts am Gymnasium nachzudenken. Im Fokus stehen die gemeinsame Struktur der Sprachlehrpläne, das Potenzial dieser Fächer für die Entwicklung interdisziplinärer Ansätze sowie die Rolle der Sprachen bei der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ein Hochschulstudium. Darüber hinaus werden die heutigen Herausforderungen des Fremdsprachenunterrichts beleuchtet und sein Beitrag zur Bildung der Bürgerinnen und Bürger von morgen diskutiert.
Art. 6 Bildungsziele
3) Sie beherrschen die Unterrichtssprache und verfügen über Kompetenzen zur selbstständigen Sprachverwendung in weiteren Sprachen, insbesondere in mindestens einer weiteren Landessprache. Sie sind fähig, sich klar, treffend und einfühlsam zu äussern sowie Reichtum und Besonderheit der mit einer Sprache verbundenen Kultur zu erkennen.
Art. 21 Sprachen und Verständigung
1) Die Kenntnisse über sowie das Verständnis für die regionalen und kulturellen Besonderheiten der Schweiz werden durch geeignete Massnahmen gefördert.
2) Es wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, einen Kurs in folgenden Sprachen zu besuchen:
a. dritte Landessprache;
b. Englisch.
Art. 22 Austausch und Mobilität
1) Es wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler ihre interkulturellen, gesellschaftlichen und persönlichen Kompetenzen weiterentwickeln
2) Es werden zudem Voraussetzungen geschaffen, die es erlauben, dass jede Schülerin und jeder Schüler an Austausch‐ und Mobilitätsaktivitäten in einer anderen Sprachregion der Schweiz oder des Auslands teilnimmt.
Anmeldung bis zum 2. September 2026 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.
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ZEM CES | Schweizerisches Zentrum für die Mittelschule und für Schulevaluation auf der Sekundarstufe II