Die aktuellen Daten zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz weisen auf eine deutliche Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens hin, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. Diese Entwicklung betrifft das Bildungssystem unmittelbar und fordert vor allem die Schulen der Sekundarstufe II. Ihnen kommt eine zentrale Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Schüler:innen zu, die sich in einer Lebensphase befinden, die von grossen Veränderungen und erhöhter Vulnerabilität geprägt ist.
 

Die Schule ist ein Lebens-, Sozialisations- und Entwicklungsraum, in dem Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und geeignete Massnahmen ergriffen werden können. Neben ihrem Beitrag zur Förderung des Wohlbefindens aller kann sie auch bei der Identifizierung und Unterstützung von Schüler:innen in komplexen oder risikobehafteten Situationen – einschliesslich psychischer Problemlagen – eine wichtige Rolle spielen. In diesem Zusammenhang ermöglicht es der Ansatz der Frühintervention (F+F), die Ressourcen und die Handlungsfähigkeit der betroffenen Jugendlichen sowie ihr gesundheitsförderliches Umfeld zu stärken und ihre Risikofaktoren zu minimieren.

ZEM CES Beiträge zur Mittelschule, Nr. 5 / 2026

Förderung der psychischen Gesundheit an Mittelschulen

Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele
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Die Notwendigkeit, die psychische Gesundheit junger Menschen zu fördern, wird mittlerweile weithin anerkannt und verstärkt thematisiert. Die Reform der gymnasialen Maturität eröffnet konkrete Chancen, dieses Thema in den Entwicklungsprojekten der Gymnasien zu verankern.

Die Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Entwicklung von überfachlichen Kompetenzen stellen zum Beispiel wirkungsvolle Ansatzpunkte dar, um Themen wie Wohlbefinden, Selbstwertgefühl, Stressbewältigung oder psychosoziale Kompetenzen aufzugreifen. Darüber hinaus bieten auch einzelne Fächer konkrete Anknüpfungspunkte zur Förderung des Wohlbefindens der Schüler:innen.
 

Vor diesem Hintergrund hat ZEM CES beschlossen, eine Ausgabe seiner ZEM CES Beiträge zur Mittelschule der Förderung der psychischen Gesundheit zu widmen. Im Sinne unseres praxisorientierten Ansatzes haben wir Beispiele und Erfahrungsberichte aus der ganzen Schweiz zusammengestellt. Sie beleuchten aktuelle Herausforderungen und zeigen konkrete Handlungsansätze auf, die sowohl für kantonale Verantwortliche als auch für Schulleitungen und Lehrpersonen Impulse bieten.
 

Die Beiträge sind auf drei Ebenen strukturiert: Kantone, Schule und Unterrichtspraxis. Dieser Ansatz unterstreicht die Bedeutung eines koordinierten und kohärenten Handelns auf allen Ebenen des Bildungssystems.
 

Die Publikation ist in drei Sprachen erschienen.

Fachdiskussion, 28. Mai 2026

Die psychische Gesundheit der Jugendlichen fördern: Tools und Ansätze an den Mittelschulen

Rund 100 Teilnehmende aus 18 Kantonen trafen sich am 28. Mai 2026 an der Pädagogischen Hochschule Bern zu einer Fachdiskussion rund um unsere Publikation «Förderung der psychischen Gesundheit an den Mittelschulen».
 

Ziel des Treffens war es, die betroffenen Zielgruppen (Kantone, Schulen, Hochschulen, Expert:innen für psychische Gesundheit) zusammenzubringen, um über Kantons- und Sprachgrenzen hinweg bewährte Praktiken und Erfahrungen auszutauschen.

Das Inputreferat lieferte den Teilnehmenden konkrete Anhaltspunkte und förderte gleichzeitig ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen, beleuchtet durch aktuelle Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere im Bereich der Neurowissenschaften.

«Was wissen wir an der Schnittstelle zwischen Medizin und Bildung über die psychische Gesundheit von Jugendlichen und welche Fragen sind noch offen?»

Die Adoleszenz und das frühe Erwachsenenalter stellen in Bezug auf die psychische Gesundheit eine Phase mit besonderen Herausforderungen dar, in der zahlreiche psychische Störungen auftreten können. Fortschritte in den Neurowissenschaften ermöglichen heute ein genaueres Verständnis der Veränderungen im Gehirn, die während dieser Entwicklungsphase auftreten, sowie der damit verbundenen Verhaltensweisen. Gleichzeitig nimmt die Prävalenz psychischer Störungen bei Jugendlichen in besorgniserregender Weise zu. Dieses Phänomen ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, die von einer besseren Erkennung neurologischer Entwicklungsstörungen bis hin zum Einfluss grosser globaler gesellschaftlicher Trends reichen. Vor diesem Hintergrund erscheint die frühzeitige Erkennung der am stärksten gefährdeten Jugendlichen unerlässlich, um angemessene Betreuung für sie zu ermöglichen und die dauerhafte Etablierung psychiatrischer Störungen zu verhindern.

Prof. Piguet arbeitet als Psychiaterin an den Hôpitaux Universitaires de Genève in der ambulanten Konsultation für die Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sowie im Netzwerk für psychische Gesundheit Archipel. Parallel dazu leitet sie eine Forschungsgruppe am Departement für Psychiatrie der Medizinischen Fakultät der Universität Genf, die sich auf die Untersuchung der Stressreaktivität und der Entwicklung der Emotionsregulation im Jugendalter konzentriert.

Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion, an der unter anderem Autorinnen und Autoren der Publikation teilnahmen, wurden mehrere zentrale Fragen erörtert, darunter:

  • Welche spezifischen Bedürfnisse weisen Schüler:innen der Mittelschulen im Bereich der psychischen Gesundheit auf, und inwiefern unterscheiden sich diese von jenen anderer Bildungsstufen und -lehrgänge?

  • Wie lässt sich die Förderung der psychischen Gesundheit in der Schulkultur und in der Schulentwicklung verankern?

  • Wie lassen sich alle relevanten Anspruchsgruppen in Projekte einbinden, und wie kann die Zusammenarbeit mit ausserschulischen Akteuren gestärkt werden?


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Dokumente

ZEM CES Beiträge zur Mittelschule,
Nr. 5/2026:

Veranstaltungen

Youth Mental Health Day 2026

10. Oktober 2026


Gesunde Lernende – starke Zukunft: Gesundheit als Schlüssel in der Berufsbildung

26. Oktober 2026, SGAB-Tagung

Ressourcen

ZEM CES stellt eine Sammlung der Ressourcen zur Verfügung, die grösstenteils in der Publikation «Förderung der psychischen Gesundheit an Mittelschulen» zitiert werden und online verfügbar sind.

Die Liste wird laufend mit weiteren Quellen ergänzt. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie geeignete Ressourcen kennen.

Kontakt

Laetitia Houlmann

Themenverantwortliche:
Laetitia Houlmann

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